Solar-Abregelung & Negativpreise in Österreich: Bekommst du eine Vergütung?

Kurz gesagt: Wird deine PV-Anlage abgeregelt oder rutscht der Börsenpreis ins Minus, hängt eine Vergütung davon ab, WER abregelt und WELCHE Förderung du hast. Marktbedingte Negativpreise werden nicht ausgeglichen – netzbedingte Eingriffe des Netzbetreibers können hingegen abgegolten werden.
Es kommt auf den Grund der Abregelung an. Regelt der Netzbetreiber (z. B. im APG-Regelzonen-Engpassmanagement) deine Anlage aus Netzgründen ab, ist das ein netzbedingter Eingriff, für den grundsätzlich ein Ausgleich vorgesehen ist. Reduzierst du dagegen die Einspeisung, weil der Day-Ahead-Preis negativ ist, ist das eine Marktreaktion – dafür gibt es keinen separaten Ausgleich. Prüfe daher immer zuerst: Kam die Abregelung vom Netzbetreiber (Signal/Dokumentation) oder vom Preis?

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG, BGBl I Nr. 150/2021) enthält in § 15 eine Regelung für Phasen negativer Day-Ahead-Preise. Beziehst du die gleitende Marktprämie, entfällt die Förderung, wenn der Preis über einen zusammenhängenden Zeitraum negativ ist – der Anreiz ist bewusst, in diesen Stunden weniger einzuspeisen. Den genauen Schwellen-/Stundenwert regelt das EAG samt Verordnungen; verlass dich hier auf den aktuellen Gesetzestext, nicht auf Faustzahlen. Wer keine Marktprämie bezieht (z. B. reine Direktvermarktung), bekommt bei Negativpreisen ohnehin nur den – dann negativen – Marktpreis.

Der rasche Zubau von PV und Wind sorgt in sonnenreichen Mittagsstunden dafür, dass das Angebot die Last übersteigt und der Day-Ahead-Preis negativ dreht. Wie stark, zeigt der Live-Markt: Am 18.07.2026 lag der Schnitt bei rund 95 €/MWh, das Minimum bei −5 €/MWh, das Maximum bei 165 €/MWh – bei 2 Negativstunden an diesem Tag. Mit der 15-Minuten-Abrechnung werden solche Ausschläge künftig noch feiner und häufiger sichtbar.

Statt in Minus-Stunden einzuspeisen, kannst du den Solarstrom zwischenspeichern und in teuren Stunden vermarkten. Genau da liegt die Chance: In den letzten 30 Tagen lag der Day-Ahead-Spread in Österreich im Schnitt bei rund 141 €/MWh (ca. 124 % des Durchschnittspreises) – das ist die Spanne, die ein Akku zwischen billigem Laden und teurem Entladen einfährt. Ein Stand-alone-Speicher bekommt in Österreich zwar keine Förderung, wird aber rein über das Marktsignal monetarisiert.

Ein Batteriespeicher muss nicht nur Arbitrage fahren. Der Stromfee-Optimierer disponiert gegen die Live-Preise der APG-Zone (Day-Ahead und Intraday) und legt FCR/aFRR-Gebote obendrauf. So machst du aus abgeregelten Solar-Spitzen und Negativstunden mehrere Erlösströme – statt in Minus-Stunden für Einspeisung sogar draufzuzahlen.
1) Kläre deinen Fördertyp (gleitende Marktprämie vs. reine Direktvermarktung) – er entscheidet, was in Negativstunden passiert. 2) Dokumentiere jede Abregelung mit Zeitstempel und Auslöser (Netzbetreiber-Signal vs. Preis), damit du netzbedingte Eingriffe geltend machen kannst. 3) Überwache deine Anlage in Echtzeit gegen den Negativpreis, damit du nicht ins Minus einspeist. Der Stromfee PV-Wächter Österreich zeigt dir genau diese Stunden.